Anna von Haibach

Anna

Die Installation bezieht alle Räume der Galerie mit ein und zeigt Objekte, Zeichnungen und Stickereien zum Thema der ehemaligen Bewohnerin des Hauses.

Anna muss eine ungewöhnliche Person gewesen sein. Sie lebte allein, mit sich selbst, in einer Zeit, in der das durchaus nicht üblich war. Sie führte ein selbstbestimmtes Leben und genoss vieles. Sie war eigensinnig und eigenartig, im durchaus positiven Sinne. Ihr Leben erzeugte eine Welt, die sich von der anderer Menschen unterschied.

Dabei war dies nicht ihre Intention. Anna war einfach so. Sie legte sich keinen Plan zurecht, sie war ein Mensch der Tat.

In der Ausstellung finden sich beispielsweise Objektkästen mit einem Hanfzopf oder einem Stück Holunderholz, ein großes Antilopengehörn, überzogen mit einer Schicht orange-roter Fäden oder eine lebensgroße Zeichnung von einem Bett in weiß auf schwarz. Zeichnungen stellen Anna vor, es gibt Portraits aus verschiedenen Lebenszeiten aber auch Bilder auf denen sie arbeitet oder mit Freunden zu sehen ist.

Zur Ausstellung erscheint ein limitierter Katalog

4. September bis 4. Oktober 2009

AnnaHausGalerie

Fischergasse 7

63808 Haibach

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Anna

Wie ich auf Anna gekommen bin?

Bei einem Besuch der AnnaHaus-Galerie habe ich Karin Helmbold kennen gelernt, eine Verwandte von Anna und gleichzeitig eine der Galeristen hier im AnnaHaus. Mir hat das Haus von Anfang an gut gefallen und Karin hat viel von Anna erzählt und sofort hat mir auch Anna sehr gut gefallen.

Bei Anna konnte ich etwas finden, das mir imponiert hat. Anna war ein ausgeprägt individueller Mensch. Gleichzeit liebevoll und den anderen Menschen zugeneigt. Sehr stark und eigenständig, aber ohne Egoismus. Für mich ein Vorbild und eine Idealfigur.

Gleichzeitig entspricht Anna keinem gängigen Schönheitsideal und hat dies vielleicht nie in ihrem Leben. In der Ausstellung findet man beispielsweise drei Portraits, die Anna in verschiedenen Lebensaltern zeigen. Zwei davon als jüngere Frau und eines als alte Frau. In diesen drei Arbeiten kann man eine Entwicklung ablesen, verschiedene Stadien der Selbstwahrnehmung erkennen.

Es gibt aber auch Arbeiten, die auf den ersten Blick sehr abstrakt und ohne Zusammenhang mit Anna erscheinen. Aber den gibt es.

Ins Auge fällt das große, gewundene Antilopengehörn. Ein Symbol für männliche Durchsetzungskraft. Allerdings habe bei den Antilopen, zumindest bei einigen Arten, auch die weiblichen Tiere imposante Hörner.

Hier ist das Gehörn mit einer Schicht rot-oranger Fäden überzogen. Das Textil verweist auf die weiblichen Tugenden, zu denen im 19. und teils im 20. Jahrhundert eben auch die ruhige und beschauliche Tätigkeit der textilen Handarbeit gehörte.

In meiner Arbeit spielt textiles Handwerk eine große Rolle. Viele der Zeichnungen sind gestickt. Mir geht es dabei um den Aspekt der Zeit, also die Zeitdauer, die es braucht, bis eine solche Zeichnung gestickt ist. Und um die Neubewertung von textiler Arbeit, die nicht mehr länger eine Domäne von höheren Töchtern ist, sondern in der zeitgenössischen Kunst eine neue Bewertung erfährt.

Gerade bei dem Gehörn entspricht auch der Gegensatz von weiblichen Tugenden und männlichem Durchsetzungsvermögen den Ideen, die Anna in ihrem Leben als Teil ihres Alltags verwirklicht hat. Sie war dabei nicht eine Revolutionärin, sondern eine Visionärin, ohne jemals ein komplexes intellektuelles Konzept zu entwickeln, hat sie eine Wirkung bis heute.

Die Ausstellung feiert also Anna als Individuum, gleichzeitig aber auch die Ideale, die sie verkörpert.

W.B. Brix

Anna Presse

Nina Körner, Main Echo, Mo. 7. Sept. 09

Anna – Eine Ausstellung der AnnaHaus-Galerie in Haibach

Bei einem Besuch hat es das Haus und die Person der Anna in Haibach dem Kölner Künstler Walter B. Brix angetan. Seit fast einem Jahr setzt er sich nun mit der ehemaligen Bewohnerin, auseinander.

Von ihren Nachkommen bekam er Fotos und Geschichten. Diese setzt er in Zeichnungen, gestickte und collagierte Bilder, aber auch in ungewöhnliche Objekte um.

Die Ausstellung soll eine alle Räume der Galerie umfassende Installation werden. Die winzigen Räume bekommen ein anderes Gesicht und eine Atmosphäre, die den Besucher sofort gefangen nimmt.

Den Besucher empfängt ein lebensgroßes Portrait von Anna aus ihren späten Tagen. Weitere Portraits, aus früheren Lebensabschnitten sind in der ganzen Ausstellung zu finden. Teils stickt der Künstler die Linien farbig nach und legt die Farben mit aufgeklebten Stoffen an, manchmal sind es aber auch feinste Zeichnungen auf Papier.

Immer wieder erstaunen Zusammenstellungen, wie ein lebensgroß dargestelltes Metallbett, das auf einem transparenten Stoff zu sehen ist, dazu ein riesiges Antilopengehörn, überzogen mit einem dichten Netz von roten Fäden.

Die Portraits und Zeichnungen nach den Fotos zeigen verschiedene Facetten von Anna. Andere Objekte und Zeichnungen vermitteln dem Betrachter eine Stimmung, erschrecken oder belustigen ihn und erzeugen damit einen ganz eigenen Eindruck.

Der Künstler Walter B. Brix stammt aus der Gegend. Er ist in Eschau geboren, lebt aber seit mehr als 20 Jahren in Köln. Er hat in Japan studiert und ist neben seiner Tätigkeit als Wissenschaftler und Sachverständiger ein bekannter Künstler, der in vielen Ausstellungen weltweit seine Arbeiten zeigt.

Einen Schwerpunkt seines Werkes bilden teils lebensgroße, gestickte Zeichnungen.

4. September bis 4. Oktober 2009

Eröffnung am Freitag, 4. September um 18 Uhr, der Künstler ist anwesend

AnnaHaus-Galerie

Fischergasse 7

63808 Haibach

 

Im Dezember 2007 wurde das über 200 Jahre alte Haus in der Fischergasse in Haibach renoviert und als AnnaHaus-Galerie eröffnet.

Die Räume erwiesen sich als ideal, um einen neuen Kunststandort für den Umkreis Aschaffenburg und den nahen Spessart zu installieren.

Bei 4-5 geplanten Ausstellungen im Jahr haben es sich Karin Helmbold, Ferdinand Bähren und Josef Ebert zum Ziel gesetzt, zeitgenössische Kunst auszustellen und zu präsentieren.

Öffnungszeiten:

Donnerstag 15.00-18.00 Uhr

Samstag 14.00-17.00 Uhr

Sonntag 14.00-17.00 Uhr

Für weitere Informationen und Besuche bitte schreiben Sie an: webmaster@annahaus-galerie.de

oder telefonisch unter 0049-(0)173-78 64 315 Karin Helmbold