Mudra
thread drawing on cotton satin
backed with orange cotton
each 30 x 30 cm
2006
Die Sprache der Gesten (sanskrit: Mudra) ist bei Buddhafiguren ein Teil der Information, welche die Figur identifizieren. Es gibt die Geste der Lehre, der Anrufung der Erde, des Mitleids oder des Segnens. Auch wir kennen Gesten dieser Art in unserer Religion. Aber auch im Alltag gibt es Gesten, man kann jemanden herbeiwinken, Abwehr zeigen oder einen Vorgang, bzw. eine Tätigkeit gestisch darstellen.
In der Serie von Bildern sind Mudra und Gesten aus dem Alltag gleichwertig gegenüber gestellt. Gesten sind Bestandteil unseres Alltags und sind Teil von heiligen Handlungen.
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Flagelatione – Geißelung
Japanese paper thread, polyester and cotton on polyester tafeta
embroidered
230 x 70 cm
2008
nach Carlo Crivelli (1430/35-vor 1500)
nach Alonso Cano (1601-1667)
nach Pietro di Galeotto (vor 1450-1483)

nach Pieter Fransz de Grebber (1600-1652/3)
nach Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571-1610)
nach Guercino (Giovanni Franceso Barbieri) (1591-1666)
Eine weitere Serie zum Thema Lendentuch. Hier das Lendentuch Christi bei der Geißelung. Die Bilder der Maler zeigen einen jungen Mann, der von anderen gequält wird. Wenn man die Bilder genauer ansieht, sieht man die Zusammenstellung. Es ist nicht Christus, wie könnte er es sein, niemand weiß, wie Jesus ausgesehen hat. Es ist ein junger Mann, der Model stand. Bekleidet ist er nur mit einem Tuch, das um die Hüften geschlungen ist. Dieses Tuch verhüllt seine Männlichkeit, gleichzeitig betont es diese auch. Oft ist er auch gefesselt dargestellt. Kann also der Situation nicht entfliehen. Dies ist für das Opfer eine schrecklich Erfahrung. Aber es gibt in unserer Gesellschaft so viel Freiheit, dass es Menschen gibt, die eine solche Situation zu sexueller Stimulation nutzen und gar nicht darunter leiden.
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religion
2007
Installation
graue Kleidung mit applizierten religiösen Abzeichen aus schwarzem Filz
Vor Gott sind alle gleich
Alle Religionen sind darauf angewiesen, dass ihre Anhänger glauben. An ein oder mehrere höhere Wesen, einen alles steuernden Plan, an etwas, das uns aufnimmt, wenn wir sterben.
Sind nicht alle Religionen Tröster unserer Angst vor dem Tod? Um unser Leben führen zu können, ohne uns von den Ängsten unterkriegen zu lassen. Wie kann es sein, dass wir an so viele verschiedene Götter und Regeln glauben und uns gegenseitig sogar bekriegen und umbringen, nur um unserer Überzeugung willen.
Stecken nicht überall die gleichen Menschen in den Kleidern?
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loincloth
waxed cotton, Nepalese handspun hemp thread
sewn
2008
ca. 80 x 52 cm
Zurbaran
Raphael
da Messina
Grünewald
van Dyck
Rubens
van der Weyden
Rembrand
Michelangelo
Eakins
Bosch
Velasques
Ein Textil in der Kunstgeschichte: Das Lendentuch Christi
Wenn es auch einige wenige Bilder gibt, auf denen Christus nackt am Kreuz gezeigt ist, sind die bei denen seine Scham mit einem Lendentuch bedeckt ist, wesentlich zahlreicher.
Auch dieses Textil, obwohl es nur diesem einzigen Zweck der Verdeckung zu dienen scheint, ist Moden unterworfen. Weniger textilen Moden als den Veränderungen, welche die Malerei in den Jahrhunderten durchlaufen hat. Bei Grünewald ist es ein zerrissener Fetzen, der traurig herunterhängt. Bei Raphael, Bosch und van der Weyden ist es ein Tuch mit langen Enden, die fröhliche und komplizierte Kapriolen im Wind schlagen. Bei Michelangelo ist es ein nur zarter Schleier, unter dem doch nichts erkennbar ist und bei Eakins ist es fast zeitgenössisch klein.
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