Die sieben Todsünden als Quitsche-Entchen

2006

jeweils ca. 20 x 20 cm

Baumwolle und artifizielles Fensterleder, genäht

In Japan gibt es in der Kunst den Begriff ‚mitate‘, damit ist gemeint, dass man etwas darstellt, aber es ist als Vertreter, bzw. als Parodie auf etwas anderes gemeint. So kommen auch in der westlichen Kunst leicht gekleidete Damen manchmal im Bildtitel als die Venus daher. Aber in Japan hat man es auf die Spitze getrieben und so werden beispielsweise die sieben Glücksgötter als Schauspieler gezeigt, welche berühmte Kurtisanen darstellen – sozusagen ein doppeltes mitate. Nur anhand der Attribute ist für die Gebildeten zu erkennen, um wen es sich in Wirklichkeit handeln soll.

So wie hier die sieben Todsüden eben als Quitsche-Entchen dargestellt sind. Es ist dem Betrachter anheim gestellt, sich über die sieben Todsünden klar zu werden. Welche sind das schnell nochmal:

  • Superbia: Hochmut (Übermut, Eitelkeit, Stolz)
  • Avaritia: Geiz (Habgier, Habsucht)
  • Luxuria: Wollust (Genusssucht, Ausschweifung)
  • Ira: Zorn (Wut, Vergeltung, Rachsucht)
  • Gula: Völlerei (Gefräßigkeit, Unmäßigkeit, Maßlosigkeit, Selbstsucht)
  • Invidia: Neid (Missgunst, Eifersucht)
  • Acedia: Trägheit des Herzens/des Geistes (Faulheit, Feigheit, Ignoranz)

Und sind diese Todsünden dann jeweils einem der Entchen zuzuordnen? Aufgrund des Gesichtsausdrucks und der Körperform?