Raffael

loincloth

2008

waxed cotton, Nepalese handspun hemp thread, sewn

ca. 80 x 52 cm

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Jenes Tuch, das berühmteste der Kunstgeschichte, wird zumeist
kaum wahrgenommen, bleibt eine Nebensächlichkeit, obwohl es
– oft im Zentrum der Darstellungen – ein beeindruckendes, meist
ornamentales, Eigenleben führt. Seine Enden flattern spielerisch
im Wind, es ist vielfach verschlungen oder eng anliegend, betont
die Oberschenkel und Körperformen oder verleugnet jeglichen
Anschein von Männlichkeit. Erst sein Fehlen – ein nackter Christus
dann – löst Skandale aus, wie vor einiger Zeit in Würzburg.
Von Walter Bruno Brix aus bekannten Gemälden herausgelöst,
werden die Leintücher fern vom Kontext, von Schmerz und Tod,
zu einem ganz eigenständigen Motiv, auf das unser Blick gelenkt
wird. Manchmal verspielt, zuweilen überraschend erotisch, aber
letztlich immer verhüllend – das Tuch, das Männlichkeit verbirgt
und verleugnet, obwohl Christus ganzer Mensch war. Es wird
zum Instrument der Negierung von Körperlichkeit und Sexualität.
Jürgen Wurst

Gemälde folgender Künstler wurden für die Zeichnungen verwendet:
Raffael da Urbino (1483-1520)
Diego Rodríguez de Silva y Velásques (1599-1660)  
Peter Paul Rubens (1577-1640)
Thomas Cowperthwait Eakins (1844-1916)
Rogier van der Weyden (1399/1400-1464)
Matthias Gothart-Nithart Grünewald (1475/1480-1528)
Fransisco de Zurbarán (1598-1664)
Rembrandt Harmenszoon van Rijn (1606-1669)
Michelangelo di Lodovico Buonarroti Simoni (1475-1564)
Hieronymus Bosch (1450-1516)
Antonella da Messina (1430-1479)
Sir Anthonis van Dyck (1599-1641)