sarkophag – fleischfresser

2005

monotype on sheer polyester fabric

ca. 60 x 220 cm (human), respectively ca. 60 x 70 cm (raven)

Die Arbeit ergänzt ein Kunstwerk im öffentlichen Raum.

Die Entscheidung für die drei Sarkophage hinter dem Museum für Angewandte Kunst fiel schnell. Die drei Steinsärge wirken mystisch und auch der Ort, ein winziger Park, in dem sie neben dem Fragment einer römischen Wasserleitung stehen, macht sie zu geheimnissvollen Objekten. Keiner weiß etwas Genaues darüber. Vom Bodendenkmal-Amt erfuhr ich, dass sie spät-römisch sind und in den 30er Jahre in der Nähe der Severinskirche ausgegraben wurden.

Die Tücher um die Sarkophage machen diese transparent. Sie zeigen liegende Menschen. Aber nicht Römer, sondern Zeitgenossen und Menschen aus der neueren Kunstgeschichte. Es findet sich eine Odaliske, die sich auf einer Liege räkelt, der sterbende (oder tote) Jüngling von Hodler, eine nackte Schlafende von Ray Ching.

Auf den Kopfseiten sind Raben abgebildet. Diese sind bekannt als Totenvögel, aber auch als Boten der Seelen von Verstorbenen.

Die Bilder sind mit einem Verfahren ähnlich der Monotypie auf den Stoff gedruckt. Dabei spielt der Zufall eine gewisse Rolle. Es entstehen Strukturen, die an Stein oder andere natürliche Oberfläche erinnern. Die Länge von mehr als zwei Metern war eine Herausforderung an eine Handdruck-Technik.
Ausgestellt wurden die Arbeiten bei ‚Zugabe‚, im Kölnischen Stadtmuseum und vor Ort. (Fotos Frank Krumbach)