Laura und Anna

2009

Baumwolle, Seide

genäht

jeweils ca. 150 x 70 cm

Anna von Basel war die Tochter von Hans Meyer zum Hasen, der von 1516-21 Bürgermeister der Stadt Basel war. Sie ist bekannt, weil sie auf dem heute berühmten Bild „Darmstädter Madonna“ von Hans Holbein abgebildet ist, das ihr Vater in Auftrag gab. Darauf ist sie dargestellt in einem weißen Kleid, mit kostbaren Borten in Gold- und sog. Hohlbein-Stickerei. Ihre geflochtenen Haare sind mit einem sog. Jungfernschapel, einem ebenfalls reich bestickten, breiten Band auf dem Kopf befestigt. Diese Kopfbedeckung trugen damals junge Frauen ab dem 15ten Lebenjahr zum Kirchgang.

Laura von Köln ist eine junge Frau aus der heutigen Zeit. Sie ist 16 Jahre alt, noch in der Schule und machte zum Zeitpunkt der Zeichnung ein Praktikum.

Aufschlussreich wirken die deutlichen Gegensätze, aber auch die Ähnlichkeiten zwischen den beiden jungen Frauen. Beider Blick ist in eine Welt versunken, in die wir keinen Zutritt haben. Anna jedoch kniet und hält in ihren Händen den Rosenkranz. Ihre Frisur und Kleidung betonen, dass sie aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung und als junge Frau wenig Freiheit erlebt. Laura dagegen sitzt lässig auf einem Stuhl und ihre Kleidung und ihr offenes Haar machen deutlich, wie viel mehr Freiheit ihr erlaubt ist.