Faltenwürfe in Kunstraum 22

Walter Bruno Brix: Fadenzeichnungen

Bruno Walter Dix, „Rubens“
„Rubens“

Bis 5. Februar, Kunstraum 22, Körnerstr. 22

Wer als Maler in früheren Jahrhunderten seine Meisterschaft beweisen wollte, der musste einen Faltenwurf an Gewändern oder Vorhängen exakt wiedergeben können. Erst dann zollte das Publikum ihm die gebührende Anerkennung. In zwei Werkreihen beschäftigt sich Walter Bruno Brix mit der Darstellung von Stoffen und Faltenwürfen in der alten Kunst. In seinen Fadenzeichnungen, die als großformatige Stickereien angelegt sind, zitiert er Kreuzigungsszenen in weltberühmten Gemälden von Rubens, van Dyck oder Velasquez. Dabei interessiert ihn vor allem das Lendentuch der Jesusfigur mit seinen Falten und Knoten. Die zweite Werkreihe hat die berühmte Venusfigur von Lukas Cranach zum Thema: Hier richtet Brix sein Augenmerk auf den transparenten Schleier. Kunsthistorisch Vertrautes wird in ein volkstümliches Medium (Stickerei) übertragen und auf diese Weise ästhetisch verfremdet. Dabei vermeidet Künstler Brix jedoch eine künstlerisch gefährliche Nähe zu betulicher hausfraulicher Handarbeit, denn seine Zeichnungen sind in wohltuender Weise ganz bewusst völlig abstrakt angelegt mit einer Beschränkung auf grobe Umrissformen. -J.R.

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