trügerisch, Frauenherzen

„Oh wie so trügerisch

sind Weiberherzen“. So lautet die Arie „La donna è mobile“ auf deutsch, aus der Oper Rigoletto von Guiseppe Verdi. Zwei Kölner Künstler haben sie zum Titel einer gemeinsamen Ausstellung gemacht. Gemeint ist der Titel scherzhaft, bezieht er sich doch darauf, dass in der Ausstellung Frauenherzen zu sehen sein werden.

Peer Boehm ist bekannt für seine Art zu malen. Er zitiert historische Fotografien und es gelingt ihm, die ihnen eigene Atmosphäre in seinen Bildern sichtbar werden zu lassen. Eine gewisse Melancholie gepaart mit leisem Humor prägt seine Bilder. Die fotografischen Vorlagen reduziert er auf Silhouetten und Flächen; lebendig durch einen raffinierten Farbauftrag; so dass uns stets bewusst bleibt, dass wir Bilder betrachten. Wir nehmen die Hand des Malers wahr, werden aber gleichzeitig in die Räume hinein gezogen.

Die Arbeit von Walter Bruno Brix kreist ebenfalls oft um die Wahrnehmung der Wirklichkeit, aber er ist auch stark geprägt von seiner Zeit in Japan. Einerseits thematisch, andererseits in der Wahl der Mittel. Außer der Tuschezeichnung arbeitet Brix mit Nadel und Faden und zeichnet quasi damit.

In der Ausstellung haben sie sich als gemeinsamem Thema dem Herz und zwar speziell dem der Frau zugewandt. Ausgehend von einer Serie von Frauenherzen, die Brix aus verschiedenen Stoffen näht und polstert. Die Herzen sind Frauen zugeordnet, die in der Geschichte der Menschheit eine Rolle spielen. Mit der Serie ruft er uns fast 100 Frauen ins Gedächtnis, darunter beispielsweise Rosa Parks, die afroamerikanische Bürgerrechtlerin; Kasturba Gandhi, die weise und geduldige Ehefrau Gandhis oder Carmen Amaya, eine spanische Flamenco-Tänzerin und Schauspielerin.

Peer Boehm hat einige dieser Frauen sichtbar gemacht, indem er ihre Portraits malt. Wie meist in seinen Bildern mischen sich verschiedene Schichten der Realität. Um die Dargestellten nehmen wir weitere Szenen wahr. Manche Bilder zitieren Gemälde aus der Zeit der Porträtierten, andere entstammen unserer Wirklichkeit, oder einer Zeit, die nicht weit hinter uns liegt. Diese Schichten bilden ein feines Gewebe, das uns in eine träumerische Welt hinein entführt.

14. bis 22. Dezember 2013
Eröffnung am Freitag, 13. Dezember 18 bis 22 Uhr
museum für verwandte kunst
Genter Str. 6
50672 Köln
Öffnungszeiten:
Do/Fr/Sa/So 15-18.30 Uhr
www.museumfuerverwandtekunst.de