„privat“

ein Austauschprojekt von 68elf e.V. mit dem Hamburger Kunstverein “nachtspeicher23 e.V.

8.3 – 24.3. 2013, Eröffnung am Freitag, 8.März 2013, 19 Uhr

Begrüßung: Bezirksbürgermeisterin Helga Blömer-Frerker
Performance: Tine Wille
Aktion: Kunstkiste von Wolfgang Stöcker

Ausstellungsort: Kunsthalle Lindenthal, Aachener Str. 220, 50931 Köln
Ausstellungsdauer: 9. – 24. März 2013
Öffnungszeiten: Fr – So 15 – 19 Uhr

 

Begrüßung der Bezirksbürgermeisterin Helga Blömer-Frerker

„Privat war gestern“ könnte man meinen, anhand der Flut von Bildern, Filmen und Kurznachrichten, mit der heutzutage jede noch so kleine und unbedeutende Begebenheit des eigenen Lebens mehr oder weniger sofort mit der allgemeinen Öffentlichtkeit des Internets geteilt wird. Ein fast zwanghafter Exhibitionismus ist entstanden, um im allgemeinen Rauschen überhaupt noch wahrgenommen zu werden, buhlend um die wenigstens kurze Aufmerksamkeit oft völlig unbekannter „Freunde“ oder als höchstes Glück 5 Minuten Weltruhm auf Youtube zu erlangen.

Dabei waren es die Künstler, die lange vor der breiten Masse ihr Privates der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich machten. Sei es durch ihren sehr persönlichen Blick auf die Welt, der sich in ihren Werken wieder fand. Sei es, dass das eigene Leben selbst zum Sujet des künstlerischen Schaffens wurde.

Und heute? Welche Rolle spielt noch das „Private“ im Bereich der bildenden Kunst?

Wie reagieren Künstler aber auch auf die andere Seite dieses Themas: Wer hat die Kontrolle über das eigene Leben, wer bestimmt noch was privat ist oder was mehr oder weniger öffentlich wird?

Wer außer mir weiß, wo ich was eingekauft habe, wo ich mit wem telefoniert oder mich einfach nur aufgehalten habe? Von Bank- oder Arztgeheimnis mag man schon gar nicht mehr sprechen. George Orwels „Big Brother“ war eher ein „Little Brother“ im Vergleich zu dem, was heute technisch möglich ist und auch angewendet wird. Wie gläsern sind wir bereits und was wird zukünftig unter dem Deckmantel terroristischer Abwehr noch alles Realität?

Mehr als genug Fragen, denen sich die Mitglieder des Kölner Künstlervereins 68elf und des Hamburger Kunstvereins Nachstpeicher 23 in einem gemeinsamen Projekt stellen.

In zwei Ausstellungen in Köln und Hamburg werden die Besucher spannende Einblicke und Statements zu dem Thema erwarten.

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