„Oh wie so trügerisch sind Weiberherzen“

Herzen von Walter Bruno Brix und Bilder von Peer Boehm

Vernissage: 31. Juli 2015, 19 Uhr – Dauer: 1. August bis 12. September 2015

Öffnungszeiten: Do-Sa 15-19 Uhr und nach Vereinbarung, Tel. +43699 9166891

Oh wie so trügerisch sind Weiberherzen” ist der deutsche Titel einer der bekanntesten Opern-Arien. Diese Kanzone stammt aus dem dritten Akt der Oper ‚Rigoletto‘ von Guiseppe Verdi und lautet eigentlich: “La donna è mobile”.

Walter Bruno Brix und Peer Boehm haben diesen Titel gewählt für eine Serie von Arbeiten, die das Leben einer Reihe ausgewählter Frauen zum Inhalt haben. Diese haben aufgrund ihres Tuns, ihrer individuellen Geschichte oder ihrer Reaktion auf das Zeitgeschehen einen Platz in der Welthistorie. Diese Frauen ins Gedächtnis zu rufen, ihnen ein kleines Andenken zu schaffen und sie mit einem Denkmal auszustatten, ist das Ziel der Arbeiten ‚Frauenherzen‘.

Brix arbeitet seit Jahren an einer Serie von „Frauenherzen“, die er aus gemusterten Stoffen schneidert und polstert; manche sind größer, andere kleiner, mit Vene, Arterie und Aorta in freier, künstlerischer Interpretation. Brix polstert die Herzen in Lebensgröße und nähert sich der anatomischen Form des Organs. Hierbei sind die verwendeten Stoffe nicht willkürlich gewählt, sondern stellen einen thematischen Bezug zur Vita der „Herz-Besitzerin“ dar.

Walter Bruno Brix tiefgreifende Beschäftigung mit Japan ist seinen Arbeiten nicht immer auf den ersten Blick anzusehen. Oft arbeitet er mit Stoffen, die er zusammennäht oder auf die er stickt. Seine Themen sind die Wahrnehmung der Welt und die unterschiedlichen Vorstellungen von der Wirklichkeit, die wir uns bilden. Immer wieder arbeitet er über die Geschlechterrollen und ihre Interpretation in Kunst und Alltag.

Peer Boehm porträtiert die Frauen, indem er in seinen Bildern außer ihrem Antlitz auch Ausschnitte aus ihrem Leben zeigt.

Für seine Malerei verfremdet Peer Boehm fotografischen Vorlagen am Computer, sodass die Motive durch Hell-Dunkel-Kontraste gebildet werden und vom Prinzip der Aussparung leben. Die Silhouetten und Konturen liegen übereinander, lassen weite Räume frei und erzählen meist von einer vergangenen Welt. Auf den ersten Blick scheinen die Formen abstrakt, doch sie ergänzen sich zu einem Gesicht, zu Personen, zu einer Szene, die in unserer Vorstellung entsteht. In den Bildern wird ein leiser Humor sichtbar, oft unter einem Schleier von Melancholie, der von einer Lebenserfahrung spricht, die offen auf Neues zugeht, jedoch um die scharfen Kanten des Lebens weiß.