„Fadenspiel“ – Kunstraum pro arte Hallein

„Fadenspiel“ –  Positionen von  Tanja Boukal, Walter Bruno Brix, Renate Hausenblas und Elfriede Wimmer

Eröffnung: Donnerstag, 11. Mai 2011, 19:30 Uhr     Einleitende Worte: Mag. Martina Berger Klingler

 

Galerie kunstraum pro arte

Schöndorferplatz 5 · A-5400 Hallein
Österreich

Dauer der Ausstellung: 12.5. – 4.6. 2011, Mi – Fr 16 – 19 Uhr, Sa 10 – 13 Uhr

Presse zur Ausstellung

 

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Diese Ausstellung im kunstraum pro arte widmet sich einer besonderen Schnittstelle in der Kunst: Zeichnung mit Nadel und Faden – zwischen Kunst und Handarbeit.

Traditionelle Techniken die man als Kind lernt, später aber nicht verwendet oder trainiert, werden von KünstlerInnen in einen neuen Kontext gestellt: Handarbeit als Möglichkeit der künstlerischen Aussage. Aber auch die Zuordnung von Techniken und Arbeiten zu Geschlechterrollen soll untersucht werden. Sticken Männer anders? Warum und wie stickt/strickt man heute überhaupt noch?

In der Ausstellung sollen die meist als rein weibliche Handarbeit abgewerteten Textiltechniken des Stickens, Nähens und Strickens auf ihre Möglichkeiten einer künstlerischen Aussage untersucht werden. Die oft überraschend neuen Sujets und die ungewöhnlichen Anwendungen überraschen die Betrachter und ermöglichen es, Textil aus einer anderen Warte zu sehen. Nicht mehr nur als Fertigkeiten zur Herstellung und Verzierung von Kleidung und wohnlichen Accessoires, sondern als eigenständige Techniken, die aus der Tätigkeit heraus ein künstlerische Aussage erzeugen. 

Interessanterweise ist festzustellen, dass die handwerkliche Ausarbeitung sich durchaus mit der traditioneller Arbeiten messen kann. Vielleicht ist manchen Besuchern noch die erste Ausstellung textiler Arbeiten in Erinnerung, nämlich mit traditionellen Klosterarbeiten. Mit der Präsentation moderner Interpretationen von handwerklichen Arbeiten will der kunstraum eine Neubewertung dieses interessanten Bereichs der Kunst und des Alltags ermöglichen.

Die  Künstler:

Tanja Boukal zeigt in der Ausstellung aktuelle Arbeiten zum Thema kämpfende Frauen. Sie nähert sich dem Thema mit Arbeiten, die sie auf einer Strickmaschine herstellt. Das Motiv wird nur in einem bestimmten Betrachtungswinkel sichtbar. In direkter Frontalansicht sind nur Streifen erkennbar. Somit zeigt sie uns, wie kämpfende Frauen von den Median wahr genommen werden, nämlich praktisch gar nicht.

Walter Bruno Brix ist als Mann eine Ausnahme in dem von Frauen dominierten Kosmos der Textilen Künste. In seinen Fadenzeichnungen verknüpft er Motive der westlichen Kunstgeschichte mit asiatischer Bildsprache. Durch die Verknüpfung erweitert er die künstlerische Aussage, es ergeben sich neue und interessante Zusammenhänge. In vielen Arbeiten findet sich auch ein doppelbödiger Humor.

Renate Hausenblas stickt, wenn ihr die Malerei als Technik unpassend erscheint. Ihre Inspiration entstammen dem Alltag. Der Zyklus „Unsichtbare Arbeiten“ ist in weiß auf weißen Baumwollgrund gestickt. Dargestellt sind Tätigkeiten des Alltags, die unbemerkt und damit auch ungedankt bleiben. Durch das Festhalten auf Stoff in zeitaufwendiger Technik werden die Tätigkeiten geadelt und gewertet.

Die in Wels lebende Künstlerin Elfriede Wimmer ist mit großformatigen Stickereien vertreten, die auf den ersten Blick an Webteppiche erinnern. Tatsächlich bestehen ihre Bilder aus unzähligen Nadelstichen. Prägnante Werktitel, oft als Wortspiele angelegt, sind Fragestellung und Antwort zugleich.