Archiv der Kategorie: 2010

Reliquien

2008-10

different size

mixed media

Was sind Reliquien?

Die Kirche nennt Teile oder ganze Körper von Heiligen Reliquien. Das Wort bedeutet „Überbleibsel“. Für den Gläubigen sind Reliquien die Möglichkeit einem Heiligen, einer Heiligkeit, seiner Religion ganz nahe zu sein, körperlich nahe.

Diese körperliche Seite ist uns heute ziemlich abhanden gekommen. Die Wissenschaft hat gründlich gearbeitet und den meisten ist der Glauben dabei abhanden gekommen oder im Halse stecken geblieben. Wenn man etwas untersucht, dann muss zwangsläufig der Glaube verloren gehen. Das Leben steckt voller Geheimnis, die Lebendigkeit bleibt unfasslich. Ein aufgeschnittener, sezierter Frosch zeigt zwar wie seine inneren Organe funktionieren, aber nicht wieso er lebt. Und was es ausmacht, dass er lebt.

So wurden auch die Reliquien seziert und untersucht, ohne dass man die Heiligkeit finden konnte. Aber ist es nicht so, dass der Glaube zählt, nicht die Nachweisbarkeit der Echtheit.

Die Reliquien hier sind künstlerisch erzeugt. Mit einem zwinkernden Auge werden wir an Geschichten und Figuren aus der Bibel erinnert. Oft sind die Gegenstände mit dem Alltag verknüpft oder verweisen auf die Körperlichkeit der Person.

Einäuglein, Zweiäuglein, Dreiäuglein

2010

each ca. 170 x 70 cm

cotton with stitching and applicque

nach einem Märchen der Gebrüder Grimm

Eine Frau hat drei Töchter: Einäuglein hat nur ein Auge, Zweiäuglein zwei, und Dreiäuglein hat drei Augen. Zweiäuglein wird von den anderen schlecht behandelt, weil es aussieht wie andere Menschen. Als es einmal beim Hüten der Ziege hungrig auf einem Hain sitzt und weint, erscheint ihm eine weise Frau, die ihm verrät, wie es zur Ziege einen Spruch sagen und feines Essen bekommen kann. Der Spruch lautet: „Zicklein, meck, Tischlein, deck!“ Sobald sie satt sei, solle sie aber sagen „Zicklein, meck, Tischlein, weg!“

Als Zweiäuglein, so gesättigt, daheim nichts isst, geht Einäuglein mit ihr zum Hüten, um den Grund herauszufinden. Es gelingt Zweiäuglein zwar, Einäuglein in den Schlaf zu singen, bevor es seinen Spruch sagt, dasselbe misslingt ihm aber Tags darauf bei Dreiäuglein, denn sie vergisst, auch das dritte Auge in den Schlaf zu singen. Dreiäuglein verrät das Geheimnis der Mutter, und diese bringt aus Neid die Ziege um. Als Zweiäuglein ob des Verlusts weint, erscheint wieder die weise Frau und rät ihr, die Eingeweide der Ziege vor der Haustür zu vergraben. Am nächsten Morgen ist an dieser Stelle ein Baum mit silbernen Blättern und goldenen Äpfeln gewachsen. Zweiäuglein kann als einziges die Äpfel vom Baum pflücken, aber die Mutter dankt es ihr nicht, nimmt sie ihr ab und behandelt sie noch härter als zuvor.

Ein junger Ritter kommt zu dem Baum, aber die Schwestern verstecken Zweiäuglein in einem Fass. Als der Ritter sie fragt, wem der Baum gehöre, behaupten sie, es sei ihrer. Es gelingt ihnen aber nicht, dem Ritter Früchte oder Zweige davon zu brechen. Aus ihrem Gefängnis rollt Zweiäuglein goldene Äpfel vor die Füße des Ritters. Dieser bemerkt es, lässt es hervorholen, und bezaubert von Zweiäugleins Schönheit nimmt er es mit und heiratet es. Mit Zweiäuglein verschwindet auch der Baum.

Als lange Zeit später zwei Bettlerinnen vor dem Schloss erscheinen, erkennt Zweiäuglein in ihnen ihre bösen Schwestern. Trotz allem Bösem, das sie ihm angetan haben, nimmt sie sie auf, worauf die beiden Schwestern ihre bösen Taten bereuen. (wikipedia)

(wikipedia in English here)

Christi Nehan-zu

2010

Cotton and other sheer fabrics on old cotton sheet, thread

applicqued and stitched

220 x 140 cm

In Buddhism, parinirvana (Sanskrit: परिनिर्वाण parinirvāṇa; Pali: परिनिब्बाण parinibbāṇa; Chinese: 般涅槃, bō niè pán) is the final nirvana, which occurs upon the death of the body of someone who has attained complete awakening (bodhi). It implies a release from the bhavachakra, Saṃsāra, karma and rebirth as well as the dissolution of the skandhas.

The parinibbana of the Buddha is described in the Mahāparinibbāna sutta. Because of its attention to detail, the Mahaparinibbana Sutta (of the Theravada tradition), though first committed to writing hundreds of years after his death, has been resorted to as the principal source of reference in most standard studies of the Buddha’s life.

The painting depicts the Buddha transitioning to Nirvana. Buddha is seated in a grove of Sala trees and surrounded by mourning animals, gods, demons, and human beings. (wikipedia)

In paintings of the Buddha’s nirvana, his passing from earthly life to the ultimate goal of an enlightened being, essential tenets of Buddhism are explicit: release from the bonds of existence through negation of desires that cause life’s intrinsic suffering (http://www.davidrumsey.com/amica/amico1256351-104032.html)

In the applicqued drawing Buddha is replaced by the dead Christ. The figure stems from an original wooden sculpture in the possession of the City Museum of Neuötting. It is a so called ‚Corpus Christi‘ (Christi Grablege), which means the dead Christ, before his resurrection.

mapping the body

2010

three pictures, each consisting of five or six pieces (ca. 50 x 50 cm)

cotton, stitched with Indian viscose and silk

womens hearts

since 2010

silk, cotton, linen, artificial fibers

stitched and stuffed

nearly anatomical shape in natural size (the human heart has approximately the size of clenched fist)