Archiv der Kategorie: body

Hummel Pelerine

seit/since 2011

Hummelfell, genäht / bumblebee fur, sewn

work in prozess

Im Frühling findet man unter manchen blühenden Bäumen tote Hummeln, die es nicht mehr zurück in den Stock geschafft haben. Auch im Herbst kann man viele tote Hummeln finden.

Zu schade, sie einfach nur da liegen zu lassen. Sie verrotten und das schöne Fell ist verloren. Besser scheint es, sie zu sammeln. Die kleinen Fellchen werden flach ausgebreitet und zu einer Pelerine zusammen genäht.

Vielleicht kann man auch was aus den Flügeln machen. Ein Fenster vielleicht. Ein dunkles, heimeliges Fenster für all zu sonnige Tage.

Im Januar 2014 kam ein Brief von Christian Hein, einem befreundeten Künstler und darin ein Kästchen mit drei Hummeln. Was für ein wunderbarer Neujahrs-Gruß!

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In spring and in autumn one can find sometimes dead bumblebees underneath certain trees. Found it sad for the small furs to let them rot. They will be sewn together into a pelerine or tippet.

Maybe one could use the wings, too. They are so beatiful. Just for a window for days with to much sunlight……

Bakemono, Gaki and Yokai

2010/11

dyed cotton on cotton appliqué, ink, thread

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Gyojin – fish-ghost

150 x 120 cm

These creatures are known to the Japanese as ningyo (人魚), literally “human fish,” as well as gyojin (魚人), “fish human,” and hangyo-jin, (半魚人)or “half-fish human.”

Gaki – hungry ghost

200 x 150 cm

Die Gaki sind die personifizierte Unreinheit in der japanischen Legende. Ihre kränklichen, spindeldürren Körper mit den aufgetriebenen Bäuchen erregen zugleich Mitleid wie Ekel. Sie ernähren sich von Fäkalien, Urin und Leichenteilen. Trotzdem sind sie getrieben von unstillbarem Durst und Hunger. Als Hungergeister werden Menschen wiedergeboren, die im Leben besonders gierig waren. Seltsam ist, dass diese verwerfliche Gier zur Wiedergeburt in eine bestimmte Daseinsform führt, während andere Sünden lediglich die Art der Folter bestimmen, die in den verschiedenen Höllen auf schlechte Menschen wartet.

Eggbird – Eiervogel

150 x 120

Ein Wesen aus dem Bild ‚Garten der Lüste‘ von Hieronymus Bosch.

Hieronymus Bosch [ɦijeːˈɾoːnimʏs ˈbɔs] (eigentlich Jeroen Anthoniszoon van Aken [jəˈrun ɑnˈtoːnɪsoːn vɑn ˈaːkə(n)]; * um 1450 in ’s-Hertogenbosch; † August 1516 ebenda) war ein niederländischer Maler des ausgehenden Mittelalters an der Schwelle zur Neuzeit. Er hat ein bis heute faszinierendes und nachwirkendes Gesamtwerk hinterlassen, das sich in der Interpretation jeder einfachen Deutung entzieht. Es gibt einige plausible Deutungen seiner Bilder; viele Darstellungen sind jedoch rätselhaft geblieben. Bosch selbst hat keine schriftlichen Aufzeichnungen zu seinen Werken hinterlassen.

Dämonen und Fabelwesen

Faszinierend und erschreckend zugleich sind bei vielen Bildern Boschs die eingearbeiteten dämonischen Figuren und Fabelwesen. Immer wieder sind menschliche Wesen mit Tierköpfen von Fischen, Vögeln, Schweinen oder Raubtieren ausgestattet, hässliche Gnome und Monster bevölkern die Bilder. Ihnen gemein ist, dass sie zu denen gehören, die wehrlose Menschen quälen oder sie der Verdammnis zuführen.

Die Abbildung von Fabelwesen war im Mittelalter nichts Ungewöhnliches, sie kamen in den so genannten Bestiarien vor. Das Bestiarium entwickelte sich aus dem Physiologus, einem aus Alexandria / Ägypten stammenden, mythologischen „Tierkundebuch“, das im frühen Mittelalter seinen Weg nach Europa fand und übersetzt wurde. Bestiarien sind allegorische Tierbücher, die wirkliche und fantastische Tiere beschreiben und ihre tatsächlichen oder vermeintlichen Eigenheiten typologisch herauszustellen suchen. Sie dienten als didaktische Medien für Belehrungen in Moral und Religion und waren sehr beliebt, da die Menschen exotische Tiere von anderen Kontinenten nur über diese Bücher kennenlernen konnten. Aber es fanden auch mythische Tiere wie das Einhorn oder der Drache Eingang in solche Werke.

Dass Bosch Bestiarien kannte und schätzte, spiegeln einige seiner Bilder wider. Immer wieder tauchen dort reale, in Europa bekannte oder aus exotischen Lebensräumen stammende Tiere auf. Die Weiterentwicklung von Fabelwesen zu furchterregenden Kreaturen geht aber im wesentlichen auf Bosch zurück. Er wollte das Böse in den Menschen sichtbar machen.

Er griff dabei die Traditionen der Marginalien aus der Buchmalerei seiner Zeit auf, die Fabelwesen, aber auch andere Themen wie das Topos der „verkehrten Welt“ oder reine Ornamentik kannten.

(wikipedia)

Kappa

Kappa (jap. 河童) bezeichnet ein Fabelwesen aus der japanischen Mythologie, das in Seen, Flüssen und Teichen Japans zu Hause ist und zur Kategorie der Yōkai (Monster und Kobolde) gezählt wird.

Ein Kappa ist ein grünhäutiges, froschähnliches Wesen mit Schwimmhäuten zwischen Fingern und Zehen, affenähnlichem Gesicht mit einem Schnabel einer Schildkröte oder Ente. Es ist ungefähr 130 cm groß und transportiert in einer Delle auf dem Kopf Wasser oder eine wasserähnliche Flüssigkeit, aus der es seine magischen Kräfte bezieht. Ein Kappa verbringt sein ganzes Leben im selben Gewässer und zeigt in der Regel ein großes Verantwortungsbewusstsein und Pflichtgefühl gegenüber den untergeordneten Bewohnern seines Reiches, wie Fischen und Pflanzen.

Kappa werden zumeist als launische oder dem Menschen feindlich gesinnte Geschöpfe beschrieben, die gerne Streiche spielen und Zwietracht säen. In einigen Erzählungen ziehen sie sogar Menschen, die sich ihrem Gewässer unvorsichtig nähern oder darin schwimmen, unter Wasser, ertränken sie und saugen ihnen Blut und Eingeweide durch den Anus aus. Kappa sind jedoch nicht besonders schlau: Verbeugt man sich an Land vor einem Kappa, so ist dieser aus Höflichkeit gezwungen, dies auch zu tun, und verschüttet dadurch die Zauberkraft schenkende Flüssigkeit von seinem Kopf, weshalb er sofort in sein Gewässer zurückkehren muss. Es sind allerdings auch Geschichten von gutmütigen oder großzügigen Kappa überliefert, die gute und tüchtige Menschen mit magischen Geschenken belohnen.

Kappa werden auch heute noch vor allem von der ländlichen Bevölkerung als Schutzgeister verehrt, viele Dörfer widmen ihnen eigene Feste und Zeremonien. Aufgrund ihres zwiespältigen Charakters versucht man sie durch Opfergaben in Form ihrer Leibspeise, der Gurke, zu besänftigen. Wenn Japaner solche in ein von Kappa bewohntes Gewässer werfen, nachdem sie ihren Familiennamen in die Schale eingeritzt haben, versprechen sie sich dadurch Schutz vor ihren Attacken. Dieser Brauch ist vor allem unter Süßwasserfischern üblich, da deren Eingriffe in das vom Kappa bewachte Ökosystem eine Basis für eine Antipathie darstellen. (wikipedia)

mapping the body

2010

three pictures, each consisting of five or six pieces (ca. 50 x 50 cm)

cotton, stitched with Indian viscose and silk

work hands

work in progress, since 2008

Arbeits-Handschuhe, auf der Straße gefunden – working gloves, found in the street

size variabel, ca. 200 x 550 cm

Einerseits zeigen uns die Handschuhe die Form der Hand, sind Hülle und Schutz. Anderseits kann man aber auch den Handschuh, bzw. die Gruppe der Handschuhe als eine abstrakte Form wahrnehmen, als Komposition.

Es gibt sehr verschiedenen Arbeitshandschuhe. Solche aus Leder und Stoff aufwendig genähte, manchmal ist es echtes, oft auch Kunstleder. Dann gibt es eine neuere Art von Arbeitshandschuhen und zwar welche aus Strick, meist Baumwolle, die mit Gummi-Punkten bedruckt wurden oder die man in eine Gummi-Flüssigkeit eintauchte. Die Farbigkeit verändert die Wahrnehmung der Form.

Ein weiterer Aspekt macht die Handschuhe als Individuen interessant. Sie finden sich in allen möglichen Zuständen, es gibt kaum benutzte, die wohl wirklich vom Laster gefallen sind und welche die schon länger liegen, schmutzig, manche mit Pflanzen bewachsen und von Tieren bewohnt. (Diesen lasse ich natürlich genug Zeit, sich eine andere, adäquate Bleibe zu suchen, bevor ich den Handschuh mitnehme.)

In unserer westlichen Gesellschaft gilt körperliche Arbeit weniger als geistige. Eine absurde Fehleinschätzung. Im Tun liegt Intelligenz, die nicht mit den gleichen Fragen zu ergründen und zu messen ist, wie die geistige Intelligenz. Überhaupt stellt sich die Frage, wie sinnvoll es ist Intelligenz mit Fragen zu messen, für die nur bestimmte Antworten gewertet werden können.

fabricated organs

2009

silk, cotton, wool, artificial fiber

sewn and padded

heart (Herz), 20 x 10 x 12 cm

pancras and splenic (Bauchspeicheldrüse und Milz),  22 x 10 x 6 cm

liver with gallbladder (Leber mit Gallenblase), 25 x 15 x 6 cm

kidneys with adrenal glands (Nieren mit Nebennieren), 16 x 7 x 4 cm

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famous hands

2006

thread drawing and ink on various fabrics

each in wooden frame

different sizes

dream

2005

embroidery on sheer cotton

each 100 x 140 cm