2013 – aktuell – Sammeln
Das Thema, dem ich mich seit einiger Zeit intensiv widme ist das Sammeln. Dazu gehören Projekt wie “Haarklammer!” und “Elftausend für Ursula“, aber auch “work hands” und “Hummel Pelerine“. Der Reiz beim Sammeln besteht darin, dass man von einer Art Dinge zusammen trägt, die dann ähnlich sind, aber doch unterschiedlich.
Und es ist wie eine Art Jagd. Mich macht jede Haarklammer stolz, die ich auf der Straße auflese. Dabei nerve ich gelegentlich meine Begleiter, weil ich mich im dichtesten Gewühl oder kurz vor einem ankommenden Auto nach einer Klammer bücke, aber ich muss die Klammer haben.
“Elftausend für Ursula” hat einen anderen Charakter. Hier sammeln die Frauen für mich und ich bin eigentlich nur Sammelpunkt. Bei “Hummel Pelerine” verarbeite ich die Fellchen der gesammelten toten Hummeln weiter. So ist das Sammeln oft nur der Anfang für eine weitere Bearbeitung, in der ein Kommentar, eine Sichtweise deutlich wird.
W.B. Brix
Musée sentimental
Mit feinem Gespür reagiert Walter Bruno Brix auf Situationen, Objekte und Räume. Besondere Orte und deren verborgene, unbekannte oder auch bisher nicht erzählte Geschichten wecken sein künstlerisches Interesse.
Die Faszination an den erzählerischen Qualitäten der Dinge steht in einer Linie zu Konzepten der “Musée sentimental”. Diese Bezeichnung ist ein feststehender Begriff für Ausstellungen, bei denen persönliche Relikte oder mit persönlicher Bedeutung aufgeladene Objekte präsentiert werden.
Dabei werden die Objekte nicht nach ihrem monentären oder Kunstwert beurteilt, sondern nach ihrer Geschichte, auch wenn sie nur einen marginalen Platz in der Historie beanspruchen.
Brigitte Kaiser
