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Ausstellung 2013: "Oh wie so trügerisch, sind Frauenherzen...." - zusammen mit Peer Boehm im Museum für verwandte Kunst

Ausstellung 2013: “Oh wie so trügerisch, sind Frauenherzen….” – zusammen mit Peer Boehm im Museum für verwandte Kunst

aktuell – Sammeln

Ein Thema, das mich seit einiger Zeit gepackt hat, ist das Sammeln. Das Zusammentragen von Dingen, ihnen einen Ordnung zu geben, scheint tief in uns Menschen verankert. Einerseits ist es wie eine Jagd, man muss ein bestimmtes Ding haben. Aber auch das Ordnen, das Sortieren und Bewerten sind sehr befriedigende Tätigkeiten, die das eigene Selbst ausloten. In Projekten wie “Haarklammer!” und “Elftausend für Ursula“, aber auch “work hands“, “Christi Nägel” und “Hummel Pelerine” lebe ich diese Freude, Lust am Sammeln und Ordnen aus.

Jede Haarklammer, die ich auf der Straße auflese, macht mich glücklich. Dabei nerve ich gelegentlich meine Begleiter, weil ich mich im dichtesten Gewühl oder kurz vor einem ankommenden Auto nach einer Klammer bücke, aber ich muss die Klammer haben. Sie dann zu den anderen an die Jacke zu stecken, ist ebenfalls klasse.

Elftausend für Ursula” hat einen anderen Charakter. Hier sammeln die Frauen für mich und ich bin eigentlich nur sammelnde, verwaltende Zentrale. Die Tücher werden in eine Liste eingetragen, beschrieben und mit den Namen der Sammlerin und dem auf dem Tuch verbunden. Die Sammlung wird in 11 Koffern aufgehoben, also zu jeweils 1000 Stück.

Bei “Hummel Pelerine” verarbeite ich die Fellchen der gesammelten toten Hummeln weiter. Hier bildet das Sammeln nur einen Teil des Werks. Die Fellchen dann zusammen zu nähen, ist eine größere Arbeit.

work hands” sind Arbeits-Handschuhe, die von der Straße klaube, wenn sie herrenlos geworden sind. Sie zeigen einerseits die Hand, anderseits aber auch einen abstrakten Aspekt.

Das Projekt “Christi Nägel” erscheint auf den ersten Blick durch den Titel provozierend, vielmehr setzt sich die Arbeit mit der Wahrnehmung des Menschen auseinander.

W.B. Brix

Musée sentimental

Mit feinem Gespür reagiert Walter Bruno Brix auf Situationen, Objekte und Räume. Besondere Orte und deren verborgene, unbekannte oder auch bisher nicht erzählte Geschichten wecken sein künstlerisches Interesse.

Die Faszination an den erzählerischen Qualitäten der Dinge steht in einer Linie zu Konzepten der “Musée sentimental”. Diese Bezeichnung ist ein feststehender Begriff für Ausstellungen, bei denen persönliche Relikte oder mit persönlicher Bedeutung aufgeladene Objekte präsentiert werden.

Dabei werden die Objekte nicht nach ihrem monentären oder Kunstwert beurteilt, sondern nach ihrer Geschichte, auch wenn sie nur einen marginalen Platz in der Historie beanspruchen.

Brigitte Kaiser